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Reitsport: (Pferdesportverband Baden-Württemberg e. V.)
Pferdeschänder treiben wieder ihr Unwesen

KORNWESTHEIM/GÖPPINGEN/HEIDENHEIM. Bei den Pferdefreunden und vor allem bei den Pferdebesitzern im Lande stehen die Alarmzeichen auf Rot! Pferdeschänder treiben wieder einmal ihr Unwesen. Nicht nur in Norddeut-schland, wo „der“ Pferderipper offenbar wieder aktiv geworden ist, der schon in zurückliegenden Jahren für großen Schaden verantwortlich ist. Zum Beispiel wurden Anfang August aus Helmstedt in Niedersachsen zwei getötete und zwei verletzte Pferde gemeldet. Es sei nicht auszuschließen, so die Polizei, dass es sich um den gleichen Serientäter handelt, dem schon 1999 über 30 getötete Pferde zugeschrie-ben werden.

Sonderkommission „Ross“ arbeitet intensiv
Seit Wochen ist auch die Polizei in Baden-Württemberg mit einer Sonderkom-mission „Ross“ einem oder mehreren Tätern auf der Spur. Im Raum Göppingen waren zunächst 14 Attacken gegenüber Pferden bekannt geworden. Mitte August meldete die Polizei nun auch zwei Fälle von Tierquälerei aus dem Kreis Hei-denheim. Die Polizei Göppingen hatte sich bereits am 6. August 2003 mit einer ausführlichen Presseerklärung an die Öffentlichkeit gewandt. Die Hinweise hätten sich verdichtet, dass die Taten möglicherweise einem Täter zugeschrieben werden müssen. Auffällig sei auch, dass sich die Tatorte immer in Randgebieten des Krei-ses Göppingen befänden. Zum Zeitpunkt der Presseerklärung seien fünf Einzeltaten bekannt geworden, bei denen sieben Pferde verletzt worden seien, vor-wiegend im Genitalbereich der Tiere oder an deren Beinen. Taten wurden gemeldet aus Hohenstadt am Rande zum Alb-Donau-Kreis, aus Ebersbach, aus Boll-Eckwälden im Voralb-Gebiet, aus Lendlingen im Grenzgebiet zum Rems-Murr-Kreis und aus Lauterstein. Kurz vor Redaktionsschluss meldete die Polizei Göppingen einen weiteren Fall aus Ebersbach, wo ein Pferd durch einen Messer-stich verletzt worden war. Obwohl der Besitzer des Pferdes seine Weide mehrfach kontrolliert hatte, wurde das Pferd in der Zeit zwischen 17.30 Uhr und 22 Uhr verletzt.

Die Polizei arbeitet fieberhaft an den Fällen und wird dabei unterstützt von zahl-reichen Beamten der Bereitschaftspolizei. In Sachen Öffentlichkeitsarbeit unterstützt auf Bitten der Ermittlungsgruppe „Ross“ auch die Redaktion des PRESSEDIENSTES mit ihren Kontakten zu den Medien. Dennoch sind die Ermittler dringend auf die Mitarbeit und Hinweise aus der Bevölkerung angewie-sen, auch wenn schon 230 Hinweisen nachgegangen wird. Kontakt aufnehmen mit der Ermittlungsgruppe kann man über Tel: 07161-632050 rund um die Uhr.

Belohnungen ausgesetzt
Die Pferdeleute der derzeit betroffenen Regionen sind aufgeschreckt und haben über den Tierhort Deggingen bereits eine Belohnung von 1000 € ausgesetzt. Auch die Tierschutzorganisation „Peta“ sei mit im Boot und habe ihrerseits weitere 1000 € Belohnung angekündigt. Per E-mail-Rundbrief versuchen organisierte Pferde-besitzer in Göppingen und Heidenheim die Pferdefreunde im Lande zu erreichen und zu mehr Wachsamkeit anzuhalten. Kontakt: www.tierhort-deggingen.de.

Pferdesportverband Baden-Württemberg ruft zur Wachsamkeit auf
Der Pferdesportverband Baden-Württemberg e.V. ruft seinerseits seine Mitglieder auf, aufmerksam zu sein gegenüber verdächtigen Vorgängen gegen Tiere, insbe-sondere gegen Pferde. Landwirte, Forstleute, Wanderer und Spaziergänger werden gebeten, besonders aufmerksam zu sein. Die Pferdebesitzer und vor allem die Betreiber von Pensions- und Reitställen sind aufgerufen, ihre Anlagen sowie Weiden sorgfältig zu überwachen. Gleichwohl warnt der Pferdesportverband vor überzogenen Reaktionen gegenüber Personen, die den übersensiblen Pferdebe-sitzern „verdächtig“ vorkommen. Nicht jeder Spaziergänger, der Pferde auf einer Koppel betrachtet, ist gleich zu verdächtigen. Hier helfen einfache Regeln, die Dinge zu klären: Mit Fremden das Gespräch suchen, sie kennen lernen, auf die eigenen Sorgen und Befürchtungen hinweisen. Rasch wird sich dann die Lage entspannen.

Richtige Reaktion ist wichtig
Sollten sich allerdings Fremde auffällig verhalten, ist eine sorgfältige Personen-beschreibung der Polizei hilfreich. Auch Autonummern oder sonstige Merkmale sollten genau erfasst werden, um damit umgehend die Polizei zu informieren. Der Pferdesportverband warnt die Pferdebesitzer vor überzogenen Reaktionen oder gar Selbstjustiz! Solche Fehlreaktionen haben für den Pferdebesitzer unvorhersehbare Folgen! Nur unbekannte Personen, die bei einer Straftat auf frischer Tat ertappt werden, dürfen festgehalten werden (ß 127,1 StPO). Die Polizei ist sofort zu verständigen.

Wie verhält man sich richtig? Empfehlungen des Pferdesportverbandes
Der Pferdesportverband Baden-Württemberg empfiehlt im einzelnen die Beachtung folgender Punkte:
1. Pferdebesitzer und Stallbetreiber sollen ihre Ställe, Ausläufe und Weiden sorgfältig überwachen. Hierbei helfen begrenzt auch technische Einrich-tungen.

2. Nicht jede Verletzung eines Pferdes geht auf das Konto eines Pferde-schänders. Oft sind zunächst „unerklärliche“ Verletzungen von Tieren auf Mängel an der eigenen Einrichtung zurückzuführen. Deshalb: Vermeiden und Abstellen von Gefahrenquellen durch Nachlässigkeiten im Stall und auf der Weide.

3. Auffälliges sowie Zeugenaussagen sollten sorgfältig notiert werden mit Zeit- und Ortsangaben sowie Art der Beobachtung.

4. Ungewöhnliche und wirklich unerklärliche Verletzungen an Pferden (und auch anderen Tieren) sollten sofort einem Tierarzt und der Polizei ge-meldet werden. Ebenfalls sollte der zuständige Amtstierarzt benachrichtigt werden.

5. Nur unbekannte Personen dürfen festgehalten werden, sofern sie bei einer Straftat auf frischer Tat ertappt werden (ß 127,1 StPO). Die Polizei ist sofort zu verständigen.

6. Selbstjustiz ist in jedem Fall unbedingt zu vermeiden! Sie hilft nicht weiter sondern bringt den unbeherrschten Tierfreund selbst auf die Anklagebank mit unvorhersehbaren Folgen.

7. Auch der Pferdesportverband Baden-Württemberg e.V. sollte über entsprechende Vorkommnisse unbedingt informiert werden: Tel: 07154-8328-0 oder Fax: 07154-8328-29 oder e-mail: abel@pferdesport-bw.de oder PRESSEDIENST: Tel: 0751-59353, Fax: 0751-41092 oder e-mail: Stellberger@online.de


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Original-Pressemitteilung
Artikel vom 26.08.2003, 08:00 Uhr
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